Schiebeplanen-Pritschenauflieger

Genau wie das Zugfahrzeug, der Mercedes-Benz 1838, hat dieser Auflieger eine Menge Auf- Um- und Anbauten hinter sich, die ihn mittlerweile zu einem echten Unikat und detailreich ausgearbeiteten Auflieger gemacht haben.

 

Baukasten-Auflieger

 

Der Auflieger beginnt "seine Karriere" als Semi-Trailer von Tamiya. Laut Anleitung zusammengebaut diente er für die ersten Einpark- und Rangierversuche mit einem Modell-LKW. Von Anfang an wurde er mit dem Tamiya-Beleuchtungsset ausgestattet, um Blinker und Bremslicht von der Zugmaschine zu übertragen. Natürlich passte er optisch nicht zu einer europäischen Zugmaschine - zwei doppelt bereifte Achsen, die geriffelte Containerwand und die Stoßstange störten das Gesamtbild.

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Mehr Licht und etwas Europa

  • Positionslichter an den Seiten und hinten
  • Europäische Stoßstange hinten
  • Unterfahrschutz
  • Aufkleber entfernt
 

Dann begannen auch beim Auflieger die Umbauten. Zunächst bekam der Trailer Positionslichter. Dazu bohrte ich in die Eck-Profile je drei Löcher vorne mittig und hinten und steckte LEDs von innen durch. So bekam der Auflieger seitlich oben und unten insgesamt 12 LEDs, zusätzlich etliche an der Rückseite. Gesteuert wurden sie durch ein zusätzliches Kabel von der Zugmaschine.

Zudem begann die erste Europäisierung des Aufliegers. Die amerikanische Stoßstange hinten wurde durch eine europäischere Version ersetzt. Sie wurde aus Messingrohren, einem Flach- und einem Winkelprofil selbst gebaut. Neben den LEDs der Tamiya-Lichteinheit (Bremse und Blinker) wurden zusätzliche LEDs für das Schlusslicht eingebaut.

Auch an den Seiten wurde etwas in Sachen Euro-Auflieger getan: Aus gebogenen Winkeln und je zwei Flachprofilen bekam der Trailer einen massiven seitlichen Unterfahrschutz. Zudem entfernte ich die englischen Aufkleber an den Seiten und ließ den Trailer als Blanko-Container herumfahren.

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Sattelstütze

  • Automatische Sattelstütze eingebaut
 

Die Abstützung des Aufliegers störte mich von Anfang an. Durch eine Feder zuckten die Stützen zwar beim Aufsatteln ein, beim Absatteln mussten sie jedoch einzeln manuell herausgezogen werden. Hier baute ich das erste Mal einen Spindelantrieb ein. Ein Motor, mittig unter dem Rahmen drehte über ein Winkelzahnrad eine Kette, die im Dreieck gespannt je eine Spindel in den Stützfüßen antrieb. Die Spindeln wurden mit Kugellagern am Boden des Aufliegers fixiert. In die Stützfüße klebte ich eine Mutter, durch die die Spindel für das Ein- und Ausfahren der Stempel sorgte. Gesteuert wurde der Motor durch zwei Mikroschalter, die als Umpol-Schalter die Drehrichtung des Motors änderten, wenn die Sattelplatte der Zugmaschine an den Königsbolzen des Aufliegers fuhr. Zwei Endschalter sorgten dabei für den Stopp des Motors.

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Spediteur mit Auftrag

  • Werbebeschriftung
  • Unterfahrschutz entfernt
 

Dann gelang es mir schließlich, einen Großkunden für meine virtuelle Spedition zu finden: Die Firma John Deere (in Deutschland Sabo) erstellte mir eine großflächige Beschriftung für die Seitenwände und das Heck meines Aufliegers. Das Material der Klebebeschriftung war sehr dick, dadurch wurde die Struktur der Container-Seitenwände überdeckt, was wieder ein wenig US-Aussehen vermied.

Zusätzliche Aufkleber und ein etwas verkleinerter Schließmechanismus der Hecktür verstärkten diesen Eindruck.

Jetzt entfernte ich den seitlichen Unterfahrschutz wieder, der leider etwas zu groß und klobig geraten war.

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Dritte Achse

  • Singlebereifung und dritte Achse angebracht
  • Beleuchtungskabel entfernt
 

Das Projekt "Europäischer Sattelauflieger" sollte weitergehen. Störend war hier natürlich noch die zwillingsbereifte Pendelfederung. Hier sollte auf eine Single-Bereifung umgestiegen und zusätzlich eine dritte Achse am Fahrwerk angebracht werden. Ich besorgte eine weitere Pendelachse und entfernte davon eine Achse. An der schon vorhandenen Doppelachse baute ich die Aufhängung etwas um und montierte die neue Halb-Pendelachse davor. Durch den Umbau ergab sich ein Pendelfeder-Effekt bei allen drei Achsen. Die Zwillingsbereifung wich Single-Rädern. Die Befestigung der einzelnen Felge auf den alten Achsstummeln stellte sich jedoch als problematisch heraus. Hier musste später noch etwas getan werden. Zunächst genügte es jedoch, die vordere Hälfte der Zwillingsfelgen an die Achsstummel zu schrauben.

Durch die Veränderungen an der Zugmaschine wurde nun auch das (doppelte) Kabel am Auflieger zur Steuerung der Beleuchtung überflüssig. Hier sollte später ein Infrarot-Modul seinen Dienst tun. Bis dahin fuhr ich mit einem unbeleuchteten Auflieger.

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Viel mehr Europa

  • Kotflügel, neuer Unterfahrschutz, Reserveradhalter
  • Sattelabstand verkürzt
 

Der Umbau zum europäischen Sattelauflieger sollte jetzt komplett werden. Durch die dritte Achse, den hinteren Unterfahrschutz und die Beschriftung war schon ein ganzes Stück getan. Jetzt sollte es weitergehen: Viertelkotflügel, (neuer) seitlicher Unterfahrschutz und Reserveradhalter wurden aus Messingprofilen und -stangen gebaut, zusammengelötet und lackiert. Als Basis der Kotflügel dienten dabei die ursprünglichen Tamiya-Kotflügel, die entsprechend zurechtgesägt wurden.

Weiterhin verkürzte ich den Sattelabstand des Aufliegers. Durch die unterschiedliche Gesetzgebung in Amerika und Europa rückte der Auflieger bei mir jetzt etliche Zentimeter näher an die Zugmaschine heran. Dazu wurde eine neue Sattelfläche am Rahmen nötig.

 

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Achsaufhängung

  • Selbst gedrehte Achsstummel eingebaut
 

Jetzt ging ich das Problem der schlechten Felgen-Befestigung seit dem Umbau auf drei Achsen an. Ich ließ mir sechs passende Achsstummel drehen, die in die Kugellager der Tamiya-Achsen eingeschoben und mit einem Flansch an die aufgebohrten Felgen des Aufliegers geschraubt werden konnten.

 

 

Mittlerweile gefiel mir der Auflieger richtig gut. An einen US-Trailer erinnerte nicht mehr viel und im Gespann mit dem MB1838 drehte ich so manche Runde. Aber irgendwie...

Einen echten Zweck hatte der Auflieger leider nicht. Zwar sah er gut aus, konnte jedoch im Endeffekt nur herumgefahren, rangiert und abgestellt werden.

 

Schiebeplanen-Auflieger

  • Umbau zum ferngesteuerten Schiebeplanen-Auflieger
 

Eine neue Idee wurde geboren: Der Selbstbau eines ferngesteuerten Schiebeplanen-Aufliegers. Ein sehr aufwändiger und auch nicht gerade einfacher Umbau stand mir bevor. Das Ergebnis konnte sich jedoch durchaus sehen lassen.

Ich entfernte die Seitenplatten und baute unter das Dach des Aufliegers längs laufend eine durchgehende Spindel ein. Auf ihr lief ein Querträger, der bis an die seitlichen Kanten des Aufliegers reichte. Zusätzlich baute ich vier weitere Querträger ein, die allerdings nur lose auf der Spindel mitliefen. an diese Querträger nietete ich nun eine zurechtgeschnittene LKW-Plane, die bis an die Unterkante des Aufbaus reichte.

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Auch unten sollte die Plane von Spindeln geführt werden. An jeder Seite baute ich eine ebenfalls komplett durchgehende Spindel unter die Bodenplatte des Aufliegers. An Laschen an der Plane wurde diese von einer Gewindehülse parallel zum oberen Querträger auf- und zu gezogen. Um die Plane spannen zu können, spannte ich innen neben die Spindel ein Drahtseil, an die die Plane mit den Laschen aufgehängt war.

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Angetrieben wurden die drei Spindeln von einem Getriebemotor mit Zahnriemen, der im vorderen Teil des Aufbaus Platz fand. Gesteuert wurde er über einen Fahrtregler und Endschalter.

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Die Plane wurde vorne noch mit einem Federmechanismus zum Spannen und auf jeder mit kleinen Spannschlössern zur Dekoration ausgestattet.

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Komplett ferngesteuert

  • Einbau Infrarot-Übertragung
 

Zum vollständigen Absatteln per Fernsteuerung und vor allem einer (endlich wieder) funktionierenden Beleuchtung fehlte jetzt nur noch ein passendes Infrarot-Modul. Passend zum Fahrtregler in der Zugmaschine entschied ich mich für das AMO von Servonaut. Neben der kompletten Beleuchtung steuert es auch den Fahrtregler für die Schiebeplane.

 
 

 

Downloads
Download Auf Knopfdruck auf und zu: Bau eines ferngesteuerten Schiebeplanenaufliegers Teil 2 (PDF - 1,5 MB)
Artikel aus TRUCKmodell Heft 1 2006
Externer Link Auf Knopfdruck auf und zu: Bau eines ferngesteuerten Schiebeplanenaufliegers Teil 1 (PDF - 1 MB)
Artikel aus TRUCKmodell Heft 6 2005
Download Auflieger Import: Wie aus einem US-Trailer ein Euro-Auflieger wird
Artikel aus TRUCKmodell Heft 5 2003