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Kippsattelauflieger

Basis des Kippsattelaufliegers ist der Kipper-Bausatz, den Carson seit einigen Jahren vertreibt. Hergestellt wird der Auflieger beim seit Jahren in der Modelltruck-Szene bekannten Hersteller Veroma.

 

 

 

 

 

Der sehr solide und hochwertige Bausatz des Kippaufliegers sollte von mir noch einige mechanische und elektrische Ergänzungen erhalten und natürlich mit etlichen Details ausgestattet werden.

 

Bausatz

 

Der Rahmen besteht aus gefrästen Aluminium-Teilen, die gemäß der Anleitung miteinander verschraubt wurden.

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Die Achsen des Kippers sind einzeln aufgehängt und als Luftfederung ausgeführt. Die Luftfedern sind Gummibälge, die eine gewisse Federbewegung der einzelnen Achsen ermöglichen.

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Die Kippmulde besteht aus PVC-Platten, die mit einem geeigneten Klebstoff (PVC-Tangit) miteinander verklebt werden. Die Stabilität ist bemerkenswert. Trotz intensiver Versuche :-) ist im Betrieb keine der Klebeverbindungen gebrochen.

 

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Der Kippantrieb wird über eine mechanische Spindel ausgeführt. Sie ist recht weit hinten in der Nähe des Drehpunktes an eine Hilfsplatte befestigt. Eine solide Kinematik bewegt diese Hilfsplatte auf- und ab.

 

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Tests

 

Zunächst habe ich den Kipper einigen Tests unterzogen, um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch eine massive Überladung (20 kg, der Hersteller gibt 10 kg vor) führte zu keinerlei Beschädigung.

 

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Ich befand, dass der Bausatz eine gute Basis ist, um daraus ein individuelles Modell für den eigenen Fuhrpark zu machen.

 

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Elektrik

 

Sämtliche elektrische Funktionen des Aufliegers sollten optisch versteckt werden. Für die benötigten Schalter etc. entwarf ich daher eine Konsole, die im Werkzeugkasten am Fahrzeugrahmen verborgen werden kann.

Links ist der Hauptschalter zu sehen. Daneben die Ladebuchsen, welche inzwischen nicht mehr benötigt werden, da der Kipper nun einen wechselbaren Lipo-Akku hat. Der Kippschalter dient zum manuellen Steuern der Sattelstützen. Der Schiebeschalter rechts überbrückt die ferngesteuerte Betätigung der Mulde und bewegt diese manuell hoch oder runter.

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In einer Werkzeugkiste am Fahrzeugrahmen wird die Konsole untergebracht und mit einem Deckel versteckt.

 

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Am Heck werden die entsprechenden Rückleuchten montiert und die Leitungen dafür durch Schrumpfschläuche auf die Innenseite des Rahmens geführt.

 

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Die weiteren Teile der Elektrik kommen im vorderen Bereich zwischen dem Rahmen unter. Neben einer Verteilerklemme sitzt hier der Fahrregler für den Kippantrieb und das Servonaut AMO. Es empfängt von der Zugmaschine per Infrarot die Schaltbefehle für die Beleuchtung, steuert die Kippspindel und auch die Sattelstütze.

 

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An der Plattform ist noch ein kleines Accessoir vorgesehen: Ein Rohr als Halterung für eine Schaufel und einen Besen. Im Fuß des Rohrs stecken dabei zwei LEDs: Eine als Einschaltkontrolle, die andere stammt vom LiPo-Saver und blinkt, wenn die Spannung des Lipo-Akkus zu gering ist und die tödliche Tiefentladung droht.

 

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Die LEDs strahlen von unten gegen die Schaufel und sind so gut zu erkennen, aber dennoch unauffällig.

 

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Lackierung

 

Mit dem Thema Lackierung stehe ich auf Kriegsfuß. Daher bat ich meinen Modellbaukollegen Frank Sündermann, mir den Rahmen und die Mulde zu lackieren.

 

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Neben einer perfekten Oberfläche zeichnet sich die Lackierung auch durch eine hohe Festigkeit bzw. Zähigkeit aus. Auch nach vielen Be- und Entladungen haben sich noch nahezu keine Abnutzungserscheinungen oder Kratzer am Lack gezeigt. Dabei warte ich doch regelrecht auf den "used"-Look.

 

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Die Plattform bekam den Farbton "Hellrotorange", um sich vom Blau der Mulde abzuheben.

 

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Gegengewicht

 

Beim Kippen ergab sich das Problem, dass der Sattelzug hin und wieder nicht mehr gut von der Stelle gekommen ist. Da durch das Abkippen der Ladung der gesamte Druck auf der Hinterachse fehlt, mangelte es von daher am nötigen Vorschub. Eine gegossene Bleiplatte direkt über dem Königsbolzen reduzierte das Problem.

 

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Notentriegelung

 

Das wesentliche Manko des Carson-Kippers ist die Tatsache, dass die Mulde fest mit der Kippspindel verbunden ist. In der Fahrpraxis passiert es aber immer wieder, dass man auch mal von Hand die Mulde entleeren muss, sei es bei einem leeren Akku, technischen Problemen oder warum auch immer. Bei der fest angeschraubten Mulde ist das nur durch ein Kopfüber-Auskippen des gesamten Aufliegers möglich, was zugegebenermaßen ziemlich albern aussieht.

Daher wollte ich eine Notentriegelung zwischen Spindel und Mulde.

 

 

Realisiert wurde diese durch eine rechteckige Alu-Zwischenplatte, die auf die Lagerböcke der Kippmechanik geschraubt wird.

An den Enden der Zwischenplatte ist je ein Möbelverbinder angeschraubt. Die Gegenstücke dazu kommen an die Mulde.

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Über die Zwischenplatte und die beiden Verbinder ist die Kippmechanik normalerweise kraftschlüssig mit der Mulde verbunden. Durch einfaches Anheben der Mulde lösen sich die Verbinder jedoch und die Ladung kann problemlos von Hand abgekippt werden.

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Sattelstützen

 

Bei den Sattelstützen sollte es dieses Mal eine einfache Lösung sein: Zwei quer im Rahmen liegende Servos schieben über je eine Stange die Stempel der Bausatz-Sattelstützen raus oder ziehen diese rein.

 

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Im ausgefahrenen Zustand stützen sich die Hebel der Servos am Rahmen ab. Das nimmt einen großen Teil der Kräfte, die auf den Servo wirken. Die Stellmotoren müssen auf diese Weise also nicht das gesamte Gewicht kontinuierlich drücken.

Dennoch sollte der Auflieger nicht beladen abgesattelt werden. Das ist beim Original übrigens nicht anders...

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Seitenbeschriftung

 

Auf die Seitenflächen der Kippmulde kamen noch zwei Seitenplatten, die später den Schriftzug meiner Modellspedition bekommen sollten.

 

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Diese wurden als Klebefolie geplottet und auf die lackierten Seitenplatten geklebt.

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Hydraulikzylinder-Attrappe

 

Ein kleines optisches Manko des Bausatzes war für mich die Hydraulikzylinder-Attrappe, die bei gekippter Mulde einfach lose in der Luft baumelte. Hier wollte ich gerne einen Fake-Zylinder.

Die Lösung ist zugleich eine Homage an die Zeit der 40 MHz-Funktechnik: Meine alte Senderantenne wurde auseinandergenommen und entsprechend gekürzt. Von den Kupferlaschen sind normalerweise zwei an jedem Antennensegment eingehakt. Sie verhindern, dass die Antenne zu weit auseinander gezogen werden kann. Damit das Ganze jetzt leichtgängiger wird, kommt an jedem Ende je nur eine Lasche dran.

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Die Attrappe kommt an die Stirnseite der Mulde und wird unten drehbar gelagert.

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Für die obere Befestigung wird der Kopf der Carson-Attrappe abgesägt und auf die Antenne geklebt. Dies wird nun mit den Kunststofflaschen der Mulde mit einem Bolzen oder einer Schraube verbunden.

 

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Details

 

Nichts geht über schöne kleine Details an einem Modell.

Ich spendierte dem Kipper sowohl den obligatorischen Feuerlöscher...

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... als auch einen Unterlegkeil. Rechts auf dem Bild ist noch das Highlight zu erkennen: Dies ist die Nachbildung der originalen Bedieneinheit, mit der der Fahrer z.B. die Federbälge einstellen oder den Hydraulikdruck ablassen kann.

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Und natürlich gab es jede Menge Aufkleber. Sie wurden an einem Original-Kipper abfotografiert und von Frank Fechtner als Aufkleber gedruckt. Ich finde, erst durch solche Details wird ein Modell erst sehenswert.

 

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Firmenaufkleber, ein Kennzeichen und weitere Aufkleber schmücken das Heck.

 

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An die hinteren Kotflügel kamen noch Schmutzlappen mit den Speditions-Initialen.

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Downloads
Download Test: Carson Kippauflieger (PDF - 4 MB)
Artikel aus TRUCKmodell Heft 4 2009