Warpkern: Wie alles begann

 

Ein eigener Warpkern – das klingt nach einem
ehrgeizigen Projekt. Ist es auch. Etliche Stunden Arbeit und auch einiger
finanzieller Aufwand stecken in diesem Bauwerk. Hier ein ausführlicher
Baubericht mit Hinweisen für den Nachbau und einigen Varianten

Planung

Vor dem ersten Raumschiff-Con meiner LARP-Gruppe galt es, die nötigen
Kulissen für ein Raumschiff der Sternenflotte herzustellen. Lange
spukten mir etliche Ideen im Kopf herum, bis ich mich entschloss, einen
Warpkern in Originalgröße mit Lichteffekten zu bauen. Ich
bot dem Spielleiterteam den Bau an – und nach einigen Absprachen zum
Beispiel über die Baumasse ging es an die Arbeit.
Zunächst legte ich die Vorraussetzungen für den fertigen Warpkern
fest:

  • Passende Lichteffekte sollen das Aussehen des Kern gut nachahmen
  • Zum Transport muss die Anlage komplett zerlegbar sein und muss
    in komplett in einem Kombi passen.
  • Die Aufbauzeit sollte gering sein, um den Kern innerhalb etwa einer
    Stunde einsatzbereit zu machen.
  • Als Material soll hauptsächlich Holz zum Einsatz kommen, um
    die Baukosten einigermaßen gering zu halten

 

 

Antideuterium-Leiter

Nach diversen Skizzen und Überlegungen begann ich
mit dem Bau des Grundgerüstes. Eine 8mm dicke Spanplatte (80×80
cm) dient als Standfläche. Mit einem langen Faden, der in der Mitte
der Grundplatte festgenagelt und an einer Stichsäge festgebunden
wird, sägte ich einen Kreis mit einem Durchmesser von 70 cm aus.
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Variante: Festes Segment

Muss der Warpkern nicht oft transportiert werden, kann das
untere Segment aus einem Stück gebaut werden.

Die Längsträger werden jeweils an den Ecken befestigt. Ich
verwendete Dachlatten, die ich auf etwa 1,30m zurechtsägte. An
den schmalen Stirnseiten schraubte ich sie auf die Grundplatte. Um alles
stabil zu bekommen, schraubte ich später noch mehrere Metallwinkel
an. Den ausgesägten Kreis montierte ich mit Querträgern am
oberen Ende der Latten. Auch in diese Scheibe sägte ich ein Loch.

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Variante: Teilbares
Segment

Zum einfachen Transport ist es sinnvoll, dass untere Segment
auseinander zu nehmen. Es ist sonst ziemlich sperrig.

Hier wird keine durchgehende Dachlatte zwischen Boden und Deckel geschraubt,
sondern jeweils nur ein kurzes Stück montiert. Daran werden dann
von links und rechts die durchgehenden Latten geschraubt und das Segment
so verbunden.

(Hinweis: Die Fotos zeigen die Segmente bereits mit Ummantelung, die
wird jedoch erst später angebracht.)

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Reaktionskammer

Jetzt ging es an die Grundplatte für die Reaktionskammer.
Ich entschied mich für eine achteckige Form – das ist einfacher
zu bauen. Die Grundplatte ist größer als die untere Säule.
Auch hier sägte ich ein Loch in die Mitte, mit demselben Durchmesser
wie die obere Öffnung der Säule. Die Seitenwände der
Reaktionskammer schraubte ich mit Alu-Winkeln auf die Grundplatte.
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Vier der Seitenwände bekamen eine rechteckige
Öffnung, zwei eine runde. Hier sollen die EPS-Leiter eingeschoben
werden. Die anderen beiden Seitenwände bekommen keine Öffnung.
Als EPS-Leiter werden Fallrohre für Regenrinnen verwendet. Die
Seitenwände werden auch an den oberen Kanten mit Metallblechen
verschraubt, schließlich lagert auf diesen Brettern das gesamte
obere Modul. Da die Montage des Achtecks nur schwer exakt zu bewerkstelligen
ist, muss hier ein wenig gespachtelt werden. Ich verwende einen Epoxidharz-Holzersatz.
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Die Deckplatte der Reaktionskammer wird exakt nach der
Grundplatte ausgesägt, damit beide Platten übereinander passen.
Der Deckel bekommt ein Loch mit 70cm Durchmesser – wie die Grundplatte.
Vier Lattenstücke in der Reaktionskammer halten den Deckel fest.
Sie werden wie die Längsträger an den Stirnseiten festgeschraubt.
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Damit auf diesem Ständern die Deckplatte liegen
kann und nicht verrutscht, werden mehrere Holzdübel in das obere
Ende geschlagen und die Deckplatte an den richtigen Stellen durchbohrt.
Jetzt ist wichtig, alle Bauteile zu markieren, da Deckel und Kammer
vermutlich nur in einer Position genau aufeinerander passen.
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Variante:
Feste Höhe des Warpkerns

Kommt der Warpkern immer an derselben Stelle zum Einsatz und
muss somit immer dieselbe Höhe haben, kann das obere Segment nach
demselben Prinzip wie das untere gebaut werden.

Wieder werden Dachlatten als Längsträger angeschraubt.
Hier sollte darauf geachtet werden, dass sie an derselben Position
montiert werden, wie die Längsträger im unteren Teil. Als
Abschluss zur Zimmerdecke kann wieder der ausgesägte Kreis aus
der Deckplatte der Reaktionskammer verwendet werden. Das Grundgerüst
des Warpkerns ist dann fertig. Die Konstruktion ist jetzt etwa 2,40m
hoch, hier kann natürlich die Gesamthöhe an die tatsächliche
Raumhöhe angepasst werden.
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Variante:
Variable Höhe des Warpkerns

Kommt der Warpkern in unterschiedlich hohen Räumen zum
Einsatz, kann das obere Segment höhenverstellbar gebaut werden.

Hier kommen dünne Sanitärrohre zum Einsatz,
die ineinander geschoben und festgeklemmt werden. Zunächst von
einem dickeren Rohr die beiden Anschlussmuffen glatt absägen
und die Gummidichtungen herausnehmen. In das abgesägte Ende wird
nun ein passendes Stück Spanplatte von außen eingeschraubt.
An dieser Spanplatte nun die Rohrmuffe auf dem Deckel der Reaktionskammer
festschrauben.
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In die Muffen werden nun die vorhin abgesägten
Rohre gesteckt. Das sind die äußeren Rohre. Zum Verstellen
der Höhe werden nun vier weitere, innere Rohre benötigt, die
in die äußeren Rohre eingesteckt werden. Die inneren Rohre
bekommen am Ende vier Federbleche mit Schraubenbolzen. Für diese
Bolzen wird in die äußeren Rohre ein Loch gebohrt. Beim Einstecken
kann dann der Schraubenbolzen in das gebohrte Loch einrasten und arretiert
so das innere Rohr.
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Lackieren

Jetzt kann lackiert werden. Ich entschied mich für
das Standard-Starfleet-grau RAL 7001. Hier sind der Kreativität
jedoch keine Grenzen gesetzt. Es sind mindestens drei Durchgänge
nötig, um die nötige Deckung zu erreichen. Schließlich
soll die Holzstruktur möglichst nicht mehr erkennbar sein.
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Elektronik

Ich orientierte mich bei den Lichteffekten am Warpkern
der Enterprise-D und entschied mich für ein Lauflicht mit vielen
Glühbirnen, die mittig in den beiden Säulen hängen. Zunächst
schaute ich mich nach geeigneten Lauflichtern um, rechnete hin und her
und entschied mich schließlich für den 3-Kanal-Lauflichtbausatz
von Kemo. Dieser ist zum Beispiel beim Elektronic-Lieferanten Westfalia
in Hagen zu haben. Dreikanal bedeutet, dass das Lauflicht drei verschiedene
Lampen oder Lampengruppen ansteuert. Während Lampe eins leuchtet,
sind zwei und drei aus. Dann geht Lampe zwei an, und Lampe eins und
drei sind aus. Zuletzt ist Lampe drei an und die ersten beiden nicht.
Wenn man jetzt an die Ausgänge zu allen drei Lampen mehrere Lampen
(also eine Lampengruppe) anschließt und in der richten Reihenfolge
aufhängt, laufen mehrere Lichtpunkte (entsprechend der Anzahl der
Lampen pro Kanal) die Lampenreihe entlang. Diesen Effekt wollte ich
mir zunutzen machen. Das Kemo-Modul ist mit maximal 500 Watt pro Kanal
belastbar. Da ich noch eine Reserve für einen zweiten Warpkern
haben wollte, plante ich 40 Watt Glühbirnen ein. Im unteren Modul
sollten elf Glühbirnen blinken, im oberen sieben. Bei der Gesamtlänge
des Warpkern hängt so etwa alle 11cm eine Lampe. Das ist in Ordnung.
Soweit die Planung. Zunächst baute ich den 230Volt
Bausatz zusammen und testete die Funktion in einer fliegenden Verdrahtung.
Alles funktionierte. Mit einem Poti lässt sich die Laufgeschwindigkeit
einstellen. An dieser Stelle ein kurzer Warnhinweis: Arbeiten mit 230Volt
sind sehr gefährlich und dürfen nur von einem Fachmann durchgeführt
werden. Bei der Montage sind unbedingt VDE-Vorschriften einzuhalten
(Zugentlastung, berührungssicherer Einbau, Absicherung,…).
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Nachdem die Schaltung funktionierte, baute ich sie in
ein Modulgehäuse. Vor die Zuleistung aus der Steckdose montierte
ich einen kleinen Sicherungskasten. Auch an jeden Kanal schloss ich
Schmelzsicherungen an. Brennt nämlich sonst eine der Glühbirnen
durch, muss man damit rechnen, dass das Lauflicht zerstört wird.
Nun soll natürlich der Warpkern weiterhin zerlegbar bleiben. Verkabelt
man das Ganze jedoch, Hängen alle Module über die Leitungen
aneinander. Also lötete ich an die drei Ausgänge des Moduls
Tischsteckdosen. Hier sollten dann mit normalen Steckern jeweils das
obere und untere Modul angeschlossen werden, aber auch einfach wieder
zu trennen sein.
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Die gesamte Verkabelung wollte ich zudem nicht dauerhaft
mit dem Holzgerüst des Warpkerns verbinden. Dafür dienen die
beiden Kreislöcher, die ich bereits zu Anfang jeweils oben in den
Segmenten vorgesehen habe. Hier wird eine Hartfaserplatte eingelegt,
an der sämtliche Glühbirnen hängen.
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Die Kanäle werden auf dieser Platte durch Abzweigdosen
angeschlossen und jeweils mit einem Kabel zur Tischsteckdose geführt.
Die einzelnen Glühlampen hängen mittig in der Hartfaserplatte
auf die richtige Länge herunter. Passendes Kabel und Fassungen
gibt es im Baumarkt oder bei Conrad. Ich habe etwa 20 Meter Kabel verwendet.
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Variante: Feste Ummantelung

Wird der Warpkern an einem saueren Ort aufbewahrt und einigermaßen
sorgsam behandelt, kann die Ummantelung aus Stoff fest befestigt werden.
Schließlich sollte er nicht verschmutzen oder reisen.

Ich entschied mich für Gardinenstoff für die
Ummantelung. Er ist preiswert und lässt sich gut verarbeiten. Natürlich
kaufte ich ungemusterte Gardine und plante die Größe so,
dass ich den Stoff doppelt legen kann. So wird die Ummantelung auch
fast undurchsichtig. Um mir die ganzen Näharbeiten zu sparen, klebte
ich die Kanten mit breitem, durchsichtigen Klebeband ab.
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Befestigt wird an der schmalen Kante der Spanplatten.
Jeweils unten an der Innen- und oben an der Aussenkante. Der Stoff muss
doppelt gelegt werden, das Klebeband fixiert und dann sauber geknickt
werden. Das ganze ist ein wenig fummelig, mit Klammern zum Festhalten
geht es jedoch einigermaßen. Die Enden der Gardine sollten hinter einem
der Längsträger versteckt werden. Um auch innen antackern
zu können, stellte ich die Segmente auf zwei gleich hohe Tische
und konnte so darunter in den Warpkern kriechen. Der Stoff sollte einigermaßen
stramm befestigt werden und halbwegs wellenfrei bleiben.
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Variante: Abnehmbare
Ummantelung

Unter „rauen Bedingungen“ ist es ratsam, den Stoff
abnehmen zu können, damit er sauber bleibt. Das geht am besten
mit Klettverschlüssen.

 

Die Klettverschlüsse werden einfach an die schmalen
Kanten der Segmente getackert und an die Gardine geklebt. Der Stoff
kann dadurch zwar nicht mehr stramm gespannt werden, aber relativ einfach
abgenommen werden.
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Blaues glühen

Nun bleibt nur noch die Farbe: Zwar sollte der Kern an sich weiß
sein, das Leuchten sollte jedoch bläulich schimmern. Um auf teure
Farbbirnen und Folie zu verzichten, kaufte ich eine Rolle Müllsäcke
und befestigte sie doppelt um die Einlageplatte mit den Glühbirnen.
So hängen die Säcke zwischen Gardine und Lampe und färben
das Licht blau.

EPS-Leiter

Ein wenig Arbeit investierte ich noch in die EPS-Leiter.
Sie bestehen aus Regenrohren. An einer Seite werden im regelmäßigen
Abstand etwa 4 cm breite Schlitze eingesägt. Sie sollten regelmäßig
unterbrochen werden, da das Regenrohr dazu neigt sich nach innen zu
wölben.In das Rohr wird nun Alufolie geklebt sowie vorne, mittig und hinten
ein Stück Spanplatte eingeschraubt. Durch diese Platte kann nun
ein Leuchtschlauch gefädelt werden, der an beiden Enden mit Keilen
festgeklemmt wird.
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Finish

 

Im Grunde fehlen jetzt nur noch Details. So baute ich
aus Spanplatte eine Schublade für die Dilithiumkristalle, die an
einer vorderen Platte der Reaktionskammer eingeschoben wird. Hier kann
eine Salzkristalllampe hineingelegt werden – ein toller Effekt. Die
noch offenen Rechteck-Löcher in der Reaktionskammer tackerte ich
ebenfalls mit Gardinenstoff zu und befestigte drei rot leuchtende Klemmlampen
dahinter.
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Damit der Effekt der einzelnen Leuchtscheiben verstärkt
wird, malte ich alle Glühbirnen oben und unten mit Acrylfarbe
an – so leuchtet nur eine schmale Scheibe durch die Folie und Gardine
und verstärkt den Effekt. Jetzt werden noch alle offenen Kanten
mit Umleimer versehen.
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Transport

Je nach Variante passt der Warpkern problemlos in einen
Kombi. Oberes und unteres Segment werden zusammen geschoben und auf die
umgeklappte Rückbank gestellt. Die Reaktionskammer findet dahinter
Platz. Die Platten mit den Glühbirnen finden dazwischen irgendwo
Platz.
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Fertig!

Wie lange der Bau des Kerns dauerte habe ich nicht nachvollzogen.
Der Preis für das Baumaterial, Elektronik und Verkleidung liegt
bei etwa 270 Euro.Bei Fragen zum Bau, Kritik (positiv und negativ!) oder Anregungen freue
ich mich jederzeit über eine Mail.
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2 Kommentare zu “Warpkern: Wie alles begann

  1. Als Spieler in eine noch recht jungen Star Trek Projekt hätte ich mal eine Frage:
    Mich würde mal interessiren ob ihr Kolissen auch Verleit?
    Denn wie ihr euch denken könnt ist mann bei jungen Projekten finazell recht eingeschrankt ist.
    Gruß Markus

  2. Hallo Markus!
    Schön, dass du den Weg hierher gefunden hast.
    Also, direkt verleihen würden wir die Sachen sicher nicht unbedingt. Da steckt so viel Arbeit drin, das gibt man nicht gerne aus der Hand. Aber vielleicht können wir eine andere Form der Zusammenarbeit finden? Melde dich mal auf http://www.starfleet-operations.de. Das ist der Verein, der hinter den Larp-Veranstaltungen von uns steht. Wenn du da den Vorstand anschreibst, kann man sicher überlegen, ob man in irgendeiner Form zusammenkommt!

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