Sonnenblendenhalterung am MAN-Flachdach


Meine Allrad-MAN-Sattelzugmaschine bekam, um etwas besser zum Kippauflieger zu passen, ein Flachdach. So wurde aus dem TGX LX ein TGX XL. Im Baustellenbereich, also zusammen mit einem Kippauflieger, wo jedes Kilo Zuladung zählt, wäre zwar ein TGS, also die schmale Fahrerhauskabine, eher angesagt gewesen, aber das war mir dann doch zu viel Aufwand.

Als Flachdach kam bei mit ein gegossenes Resin-Flachdach von Modellbau Seitz zum Einsatz. Inzwischen gibt es aber auch Spritzguss-Nachrüstungen dafür, erhältlich zum Beispiel im Shop von Ruben Schäfer. Inzwischen scheint das Resin-Teil bei Seitz nicht mehr lieferbar zu sein, aber dort gibt es zumindest auch das Spritzguss-Flachdach.

Aber ohne Sonnenblende wollte mir das Ganze nicht so recht gefallen. Die gegossene Resin-Version ermöglichte zunächst keinerlei Montagemöglichkeit für die originale Tamiya-Sonnenblende, die ja mit Stegen eingesteckt und innen verschraubt wird. Das Spritzguß-Dach hat zwar die Möglichkeit, diese Sonnenblende zu montieren. Aber originalgetreu ist diese Ausführung nicht, da für die Flachdachmontage eigentlich insgesamt vier Metallbügel vorgesehen sind, die die Sonnenblende oben auf dem Dach halten.

Also machte ich mich daran, die Sonnenblendenhalterungen selber zu konstruieren. Anhand von Fotos und MAN-Zeichnungen entstand ein erster Entwurf am PC. Zunächst als Pappschablone entworfen und zigfach ausprobiert, bis die richtige Größe ermittelt war, ließ ich schließlich etliche Halterungen online laserschneiden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ich finde es jedes Mal wieder ein tolles Erlebnis, die fertig gelaserten Teile aus Metall in den Händen zu halten.

Montage

 

Die eigentliche Montage der Metallhalterungen ist hingegen relativ einfach gemacht. Ein wenig modellbauerisches Geschick ist aber sicher schon hilfreich. Zunächst werden von der Rückseite die vier Kunststoffhalterungen entfernt. Das geht am besten mit einem Minischleifer mit Trennblatt. Die Halterungen so tief wie möglich abtrennen und schließlich noch mit Schleifpapier und Schleifvlies die Reste entfernen, bis die Rückseite wirklich glatt ist.

Dann werden an den Metallhalterungen die kleinen Winkel umgebogen und 1,5mm-Löcher gebohrt. Auch in die Sonnenblende werden Löcher gebohrt und zwar am besten an genau der Stelle, an der auf der Vorderseite schon die angedeuteten Befestigungen zu sehen sind.

Zum Anschrauben kommen Modellbauschrauben mit Sechskantkopf zum Einsatz, M1,6 zum Beispiel. Mit diesen werden die Halterungen an der Sonnenblende und auch die Halterungen am Dach verschraubt. Bei der Resin-Version, die ja eine recht hohe Materialstärke hat, braucht man sehr lange Schrauben. Das Spritzguß-Dach benötigt vermutlich nur normallange Befestigungen.

Bezugsquelle

Zwei Shops, bei denen die Flachdächer zu bekommen sind, habe ich oben verlinkt. Die Sonnenblende ist Bestandteil des Tamiya MAN und ist am Spritzbaum der S-Teile enthalten. Und die Halterungen schließlich sind Eigenfertigung. Ich habe ein paar zusätzliche Halter lasern lassen und somit noch ein paar übrig. Wer Bedarf hat, kann sich also gerne melden.

Positionslichter

 

Ich bin dann noch einen Schritt weiter gegangen und wollte unbedingt die Positionslichter in der Sonnenblende haben. Diese sind im Original in einer etwas vertieften Sicke montiert. Damit man schadfrei an der Blende arbeiten kann, habe ich zunächst ein Gipsbett gebaut. Die Position wurde dann mit einem Etikett markiert, damit sie auf beiden Seiten identisch ist. Die Sicke entstand im ersten Schritt mit einem kleinen Handfräser und wurde im zweiten Schritt mit Schleifvlies und Displaypolitur abgerundet und eingeebnet. Die LEDs sind SMD-Leuchtdioden und konnten durch zwei kleine Bohrungen durch die Blende verdrahtet und rückseitig angeschlossen werden.